TRAMPOLIN PARK, LATERNENLAUF & ZURÜCK IN DEN ALLTAG || Stockholm Diary #11

Kennt ihr das, wenn ihr aus dem Urlaub kommt und erstmal ein paar Tage braucht, um wieder in den Alltag zu finden? So ging es mir jedenfalls nach Frankreich!

Auf Lidingö war es natürlich signifikant kälter als in Südfrankreich, aber ich freute mich trotzdem riesig, wieder zu Hause zu sein, und außerdem schien die Sonne sogar. Ich fühle mich einfach so wohl hier in Schweden, dass es richtig toll ist, wieder da zu sein. Die ersten Tage zu Hause habe ich gefühlt fünf Maschinen Wäsche pro Tag angestellt, um den gigantischen Wäscheberg zu bewältigen. Es hat auch noch die ganze Woche gedauert, bis alle Familienmitglieder ihre Koffer ausgepackt hatten, aber so ist das nun mal bei uns.

Måndag Morgen dachte ich, ich hätte mich vertat, und dass doch noch keine Schule wäre, aber kurz danach stellte ich fest, dass die gesamte Familie schlichtweg nicht aus dem Bett kam. Haha. In der Sprachschule habe ich dann bemerkt, dass mir die eine Woche intensiv Schwedischkurs mit meiner Familie wirklich gut getan hat. Alles im Unterricht fiel mir viel leichter, vor allem das Sprechen!

Tisdag musste ich mein enormes Gesprächsbedürfnis vom Urlaub befriedigen und bin mit dem Landi zu Franzi gedüst! Zwei Stunden und einen großen Hafermilch-Latte später ging es mir doch direkt viel besser!

Onsdag war ich einfach nur müde und habe mir einen ruhigen Tag gemacht. Die Kinder und ich haben SkipBo gespielt und A. und ich waren noch in der Bücherei, um neue Bücher für sie auszuleihen. Bei der Gelegenheit habe ich mir doch auch gleich mal ein schwedisches Buch ausgeliehen! “Fantastiska vidunder och var man hittar dem” (“Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind”) Ich war überrascht, wie leicht es mir fiel, den Text zu verstehen! Das liegt natürlich auch daran, dass ich es schon einmal auf deutsch gelesen habe, aber ich merke, dass ich den Kontext verstehe, auch wenn ich oft viele Worte nicht kenne, und das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich finde, es ist eine schöne Idee, sich schwedische Bücher auszuleihen, weil nichts so sehr übt, wie Lesen. Oft lese ich auch laut für mich selbst, auch wenn man sich dabei ein wenig eigenartig vorkommt.

Torsdag ist ja eigentlich mein Sport Tag, aber ich bin lieber nach Stockholm gefahren! Da hatte ich irgendwie echt Lust drauf. Einfach alleine durch unbekannte Straßen laufen, Menschen anschauen, die Schaufenster edler Boutiquen betrachten, den Duft von Kaffee und Zimt und Herbst einatmen, da sein, genießen.

Fredag habe ich A. einen Wunsch erfüllt, in dem ich mit ihr und S. zu einer Trampolinhalle außerhalb von Stockholm gefahren bin. Betty hatte für die beiden zwischen 16 und 18h reserviert, aber das war – wenn ich das so sagen darf – utopisch. A.’s Schule endet erst um drei, und dann mussten die Kinder noch essen und man fährt auch locker 35 Minuten. Jedenfalls sind wir dann los und es war, kurz nach dem wir losgefahren sind, auch schon dunkel. Das liebe ich ja total: Zwei Kiddies im Auto, dunkel, kein Navi (wir waren zu unfähig, das Navi im Landi anzubekommen), fremde Strecke, viel Verkehr. Wir, das heißt: ich, habe mich natürlich auch direkt verfahren, weil Apple Maps unseren Standort in einem Tunnel falsch bestimmt hat und wir dann, statt auf der Autobahn zu bleiben, nach Kungsholmen gefahren sind! Es war fürchterlich. Absoluter Berufsverkehr und ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Als ich es endlich geschafft habe, irgendwo zu wenden, ging es wieder auf die Autobahn. Dachte ich. Handy Navi und nach vorne gucken geht nicht so richtig gut, deshalb bin ich wieder falsch abgebogen und WIEDER AUF KUNGSHOLMEN GELANDET. Es war das erste Mal, dass ich vor den Kindern auf deutsch geflucht habe. Boah war ich sauer. Nach einem wütenden U-Turn an einer Hauptverkehrsinsel ging es endlich in die richtige Richtung! Nach EINER STUNDE erreichten wir dann doch mal unser Ziel! Die Kinder waren mega happy und sind sofort losgehüpft, aber ich habe fast die gesamten zwei Stunden gebraucht, um meinen Stresspegel herunter zu fahren und mich mental auf den Rückweg vorzubereiten. Der war dann zwar besser, aber trotzdem. Bitte nicht so schnell wieder, tack.

Lördag war endlich wieder Parkrun Action! Ich freute mich riesig, alle wiederzusehen, nachdem ich die Woche davor nicht da war. Ich war so motiviert, dass ich meine schnellste Zeit gelaufen bin! 5k in knapp unter 30 Minuten. Woop woop. Ist für Andere vielleicht keine Leistung, aber mir als Laufmuffel bedeutet es viel.

Nachmittags haben die Mädchen und ich uns erst auf Gamla Stan im Mumim-Café auf einen Kaffee getroffen. So richtig oft schaffen wir es leider nicht, uns alle zu sehen, deshalb war es umso schöner, dass heute alle da waren! Als es dunkel wurde, sind wir zu Stortorget gegangen, weil dort ein Laternenumzug der deutschen Kirche veranstaltet wurde! Ich habe schon ewig nicht mehr an einem teilgenommen, aber es war echt niedlich! Auch wenn es scheint, als würde es erschreckend viele Deutsche in Stockholm geben, haha. St. Martin ist für die Schweden anscheinend kein großes Ding, oder viel mehr: nicht existent.

Söndag ist nicht wirklich etwas Spannendes passiert. Ich war beim Fitness, wurde von Sixten beim FIFA spielen vernichtet und habe mich nachmittags mit den Mädels zum Spazieren getroffen. Wir wollten einen neuen Park austesten, aber der war echt nicht schön. Naja, jetzt wissen wir es jedenfalls und müssen nicht nochmal hin! Wir sind auch ziemlich schnell wieder alle nach Hause, weil es so kalt war. Vorher waren wir aber noch einen Kaffee trinken! Natürlich. Leider war aber irgendwie jedes süße kleine Café auf Södermalm rappelvoll, weshalb wir ins mainstream Espresso Hosue gehen mussten, aber wenigstens schmeckt der Kaffee dort gut.


Abends gab es noch ein fantastisches Abendessen von Betty, weil Vatertag in Schweden war. 🙂

Die Woche danach

Måndag musste A. nicht in die Schule, weil sie einen Arzt-Termin hatte. Ihr Arm tut schon seit einiger Zeit weh, und es hat sich tatsächlich herausgestellt, dass damit wirklich etwas nicht in Ordnung ist. Jetzt hat sie erstmal einen Gips von der Schulter bis zum Handgelenk und war den ganzen Tag über unglaublich traurig, weil sie am Wochenende nicht zu ihrer Turn-Meisterschaft fahren kann… Also sie wird trotzdem mitfahren, aber sie kann halt nicht mitmachen, was echt blöd ist, weil sie eine der Besten in ihrer Truppe ist! (Wenn nicht DIE Beste)


Tisdag hatte ich endlich einen Termin zum Haare schneiden in einem Salon in der Rådmansgatan. Ich habe ewig nach einem Friseur gesucht, der gut, aber nicht so teuer ist, aber diese Kombi gibt es in Stockholm wohl nicht. Es war absolut überteuert, doch wenigstens sind meine Haare nun wieder gesund. Immerhin.

Onsdag war ein stressiger Tag, mit viel Fahrerei und Hausaufgaben. S. hat jetzt in einem zweiten Innenbandy Team angefangen, aber wenigstens ist die Halle nicht so weit weg. Abends haben Jonas und ich gemeinsam gekocht und mein Highlight des Tages war, als S. mir auf dem Sofa Pettson & Findus vorgelesen hat! (“När Findus var liten och försvann“), absolutes Lieblingsbuch meiner Kindheit!!! “Findus gröna ärtor”, beste Stelle! Haha.

Torsdag Morgen wurden meine gesamten Pläne für den Tag von meiner Familie über den Haufen geworfen. Jonas konnte wegen seiner Arbeit nicht mit Cisco raus, also musste ich das machen, Betty und ich mussten den Landi zur Werkstatt bringen, damit dieser Winterreifen bekommt, dann musste ich Betty nach Ropsten fahren, wieder nach Hause wegen Cisco anstatt zum Sport, Franzi Sport absagen, usw. War alles nicht so chillig. Es waren ja alles keine großen Sachen, nur hätte ich es gut gefunden, einen Tag vorher davon zu wissen, damit ich meinen Tag vernünftig hätte planen können. Mittags bin ich noch nach Odenplan gehetzt (ja, gehetzt, A. hat mir nämlich auch spontan mitgeteilt, dass ihre Schule zwei Stunden eher endet als sonst.. Da war ich natürlich schon verabredet!) und habe mich dort mit Franzi, Merle und Marie getroffen. Franzi und ich kannten Marie nämlich nicht, aber wir sind am Freitag mit ihr zusammen nach Riga gefahren, und da wollten wir sie vorher wenigstens einmal treffen.

Fredag ging es dann nach Riga, aber dazu gibt es einen eigenen Blogpost!

Ich hoffe, ihr seid jetzt erstmal wieder auf dem neusten Stand!
Eure Nele x

 

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