FRANKREICH MIT MEINER AUPAIR FAMILIE || AuPair Diary #10

Say yes to new adventures

Söndag sind wir um 5 Uhr aufgestanden und kurz danach mit zwei Kindern, fünf Koffern und einem Hund nach Arlanda (Flughafen) gefahren. In Stockholm war es an diesem Tag super kalt und alle freuten sich auf die bevorstehende Woche Sonne! Als Cisco ins Flugzeug verladen wurde, hatten die Kinder ein bisschen Pipi in den Augen und alle hätten ihn am liebsten mit in den Passagierraum genommen. Der Flug verlief gut, bis auf ein paar Turbulenzen über den Alpen.

In Nizza am Flughafen haben wir unseren Mietwagen abgeholt (einen VW, woop woop) und sind damit zu dem Haus von Betty’s Eltern gefahren. Dieses liegt in einem kleinen Bergdorf und ist ca. eine halbe Stunde Autofahrt vom Flughafen entfernt. Das Haus ist klein, hat drei Stockwerke und nur einen Raum pro Etage.

Das Erdgeschoss beinhaltet die Küche, einen großen Esstisch und ein Sofa. Hier haben wir uns eigentlich die meiste Zeit aufgehalten, wenn wir mal Zu Hause waren, was nicht so wirklich oft der Fall war. Im Obergeschoss haben die Kinder und ich zu dritt geschlafen (wir haben uns eine Art Schlaflager gebaut und abends immer Harry Potter zusammen gelesen, das fanden alle „jättemysigt“) und unten, quasi im Keller, haben Betty und Jonas geschlafen.

Nach unserer Ankunft waren alle super super hungrig und wir haben sofort das örtliche Restaurant aufgesucht und eine Pizza gegessen. Die war suuuper super lecker! Eine der besten, die ich jemals gegessen habe! Danach ging es erstmal ans sauber Machen. Das Haus war seit fast einen Jahr nicht bewohnt und so sah es auch aus, aber es war nicht so schlimm, als dass man es nicht mit einem Besen, fleißigen Händen und einem Eimer heißem Prielwasser hätte beseitigen könnte. Sixten wollte unbedingt Fußball spielen gehen und weil große Jungs (14-15) auf dem Fußballplatz waren, begleitete ich ihn. Anfangs war er total zurückhaltend, aber nach wenigen Minuten war er voll im Spiel und zeigte den Großen, wo es lang ging!

Abends waren wir nochmal im selben Restaurant essen, bevor alle hundemüde ins Bett gefallen sind.

Måndag war unser erster richtiger Tag in Frankreich. Alle haben ausgeschlafen und dann haben Betty und ich frisches Baguette und warme Croissants vom örtlichen Bäcker geholt. Mega mega lecker. Seit Paris habe ich französische Croissants vermisst und sie schmeckten tatsächlich so gut wie in der Stadt der Liebe!

Damit A. uns nicht die ganze Woche mit ihrer Shopping-Lust nerven würde, sind wir direkt Montag in eine riesige Shopping Mall gefahren und haben dort STUNDEN verbracht. Es war fürchterlich. Wirklich. Dafür war mein Trüffel-Risotto, welches ich anschließend an Nizzas Strand zum Lunch gegessen habe, umso besser. Wir haben uns dort mit Freunden der Familie getroffen, die ebenfalls Urlaub in Nizza machten und selbst drei Kinder hatten. S. und E. haben dann zusammen am Strand Pókemon gejagt, A. Und J. Haben 1000 Fotos voneinander gemacht und sich gegenseitig ihre Gymnastik-Übungen gezeigt und die Erwachsenen haben Kaffee getrunken. Ich saß mittendrin, versuchte alle Kinder im Auge zu behalten und wenigstens die Hälfte von dem zu verstehen, über was sich unterhalten wurde. Nach dem Lunch sind alle bis auf Jonas noch schwimmen gegangen (ich kann ihn verstehen, das Wasser war unangenehm kalt) und als es dunkel wurde sind wir wieder in unser Dort gefahren und haben in einem Restaurant zu Abend gegessen.

Tisdag ging unser Programm nach einem ausgiebigen Frühstück weiter. Es war geplant, einen Berg namens Bau de Saint-Jeannet zu besteigen. Ich wusste ja nicht so richtig, was ich davon halten soll. Wandern mit Steigung ist jetzt nicht so meine Stärke, ich komme immerhin aus dem platten Ostfriesland! Der Ausflug entpuppte sich aber als eine der besten Sachen im ganzen Urlaub. Wir haben das Auto am Fuße des Berges geparkt und sind von da aus losmarschiert.

Betty rannte voran, ja rannte, sie hatte nämlich den übermotivierten Cisco am Start. Man soll in circa einer Stunde auf der Bergspitze sein und so war es dann tatsächlich auch! Eine Stunde schwitzen, lachen, staunen und schnaufen später standen wir auf dem höchsten Punkt des Berges und staunten über die Aussicht. Es war wirklich wunderschön! Man konnte das Meer sehen und die ganzen Örtchen drumherum und natürlich die anderen Berge. Es war fantastisch!

Wir haben ein Picknick mit frischen Mandarinen, Nüssen und Keksen veranstalten und haben nach einiger Zeit den Rückweg angetreten.

Meine wundervollen AuPair Eltern!

Zu Hause gönnten wir uns erstmal ein kleines Päuschen und eine dringend benötigte Dusche! Viel Zeit hatten wir aber nicht, da wir bei der besagten befreundeten Familie zum Essen eingeladen waren. Ihr Haus ist einfach nur toll. Es ist riesengroß, hell und hat einen Garten mit fantastischen Aussicht. Die Kinder und ich haben Skip-Bo und verstecken gespielt, bevor es ein wahnsinnig leckeres Abendessen gab. Außerdem hatten die Kinder unglaublich viel Spaß, sich gegenseitig gruselige Fratzen ins Gesicht zu malen, denn es war ja schließlich Halloween! Wir sind erst sehr sehr spät nach Hause gekommen und die Kinder waren im Land der Träume, bevor ich die erste Seite Harry Potter auch nur ansatzweise zu Ende lesen konnte. Ich lese mittlerweile nämlich Harry Potter auf Schwedisch für die Kinder! Jaha! Es ist ein riesiger Schritt für mich, der mich sehr viel Überwindung gekostet hat. A. hat mich nach dem ersten Vorlesen aber total gelobt und gesagt, sie wäre überrascht gewesen, weil sie alles verstanden hätte, obwohl es zwischendurch sehr lustig klänge. Das hat mich mega mega glücklich gemacht und von da an habe ich oft vorgelesen, also abwechselnd mit Betty.

Onsdag sollte unser Tag nicht ruhiger sein. Wir waren schon um 11 Uhr mit unseren Freunden bei einem Kletterpark nördlich von Grasse verabredet und mussten ziemlich früh los fahren, um pünktlich da zu sein. Jonas fährt mittlerweile wir ein richtiger „Frenchman“ und mir wurde bei den ganzen kurvigen Straßen etwas übel um ehrlich zu sein..

Das Wetter war super als wir den Kletterpark erreichten. Blauer Himmel und 20°C, perfekte Voraussetzungen für einen Tag in den Bäumen. Wieder machten alle mit bis auf Jonas. Er musste Cisco bewachen. Wir waren also vier Erwachsene und fünf Kinder. Weil der Kleinste erst 7 war, konnten wir alle zusammen nur den grünen Parcours machen, aber der war trotzdem super lustig! Ich liebe klettern und sollte als Erste losklettern, um dem Kleinsten, Elias. Zu helfen. Sein Papa kam direkt danach. Ich hatte so so viel Spaß mit Elias! Er ist wahnsinnig knuffig und von allem total begeistert. Er hat gekreischt und gelacht und fand alles super toll, genau wie ich. Zusammen haben wir jedes Hindernis überwunden und ich glaube, Elias Papa war sehr froh darüber, dass alles so gut klappte mit ihm. Sogar den blauen Pfad hat Elias noch mitgemacht, obwohl er dafür offiziell eigentlich zu klein war. Aber ich kann ihn verstehen, ich hätte auch nicht als einziges Kind zurück bleiben wollen.

Drei Stunden kletterten von Baum zu Baum, seilten uns mit einer Seilwinde ab oder flogen an einem Trapez in ein Netz. Es war richtig richtig gut und mit Abstand der beste Tag für mich. Nachmittags waren wir kurz zu Hause, haben uns ausgeruht und sind dann, wie Dienstag auch schon, zu Freunden gefahren. Dieses Mal zu entfernten Verwandten der Familie, die vor 18 Jahren aus Serbien nach Frankreich ausgewandert sind. Ich habe die familiäre Verknüpfung nicht so richtig verstanden, aber das spielte auch keine Rolle. Die beiden Gastgeber waren wahnsinnig nett und total interessante Persönlichkeiten. Er ist Ingenieur und sie arbeitet für irgendeine wichtige Firma in Nizza. Die beiden Töchter sind 13 und 15 und auch super lieb. Beide gehen auf eine internationale Schule und sprachen tolles Englisch. Allgemein sprachen wir ausschließlich Englisch, weil nur meine Familie Schwedisch spricht. Das kam mir zu Gute, denn so konnte ich mich auch an der Konversation beteiligen. Die Woche hier mit meiner Aupair Familie ist echt der beste Schwedisch Sprachkurs. Ich konnte viel mehr zuhören als zu Hause, denn da sind wir ja eigentlich nur beim Abendessen wirklich zusammen. Hier hingegen habe ich 16 Stunden am Tag nur Schwedisch gehört und auch versucht, zu sprechen. Mein Grundwortschatz wächst, aber richtige Sätze bilden fällt mir immer noch sehr schwer. Manchmal fehlen einfach die Vokabeln, oder ich weiß nicht, wie man ein Verb konjugiert, oder ich habe die Frage einfach nicht verstanden. Jonas und Betty sind aber sehr geduldige, gute Lehrer und auch die Kinder helfen mir oft weiter. Aber nochmal zurück zum Abendessen: wir hatten eine wunderbare Zeit. Es gab einen Salat als Vorspeise, gefolgt von Risotto mit Ratatouille (mega lecker!) und einer Käseplatte. Jonas überredete mich dazu, Wein mitzutrinken und nach dem Nachtisch (Schokoladen- und Zitronenküchlein, ohhh mein Gott) war ich tatsächlich angeheitert! Bevor wir los gefahren sind musste ich auch noch Jonas Schnaps austrinken, weil er fahren musste, und danach war ich wirklich wirklich angeheitert. Es hat mir sehr sehr gut gefallen, einfach mit am Tisch zu sitzen und den Gesprächen zu lauschen. Beide Familien waren dieses Jahr in Amerika im Yellowstone Park und haben sich ausgiebig darüber unterhalten und danach viel über andere Reisen gesprochen. Das entfachte in mir direkt „Wanderlust“! Ich fühlte mich kulturell und kulinarisch nach dieser Nacht arg bereichert und empfand tiefe Dankbarkeit, bei dieser Reise dabei sein zu dürfen.

Torsdag Morgen haben wir ausgeschlafen, lange gefrühstückt und danach Jonas zum Flughafen gebracht. Er musste geschäftlich nach Brüssel, what a shame. Wir haben uns aber trotzdem einen schönen Tag gemacht und sind zum Strand gefahren!

Als die Kinder aber gerade im Wasser waren, hat es sich plötzlich so zugezogen, dass wir spontan abbrechen mussten. Es wurde einfach zu kalt und der Sand wurde einem die ganze Zeit in die Augen geblasen. Nur Cisco hatte Spaß! Er hat einen anderen Hund getroffen und zusammen jagten die beiden Seite an Seite am Strand lang. Cisco war es offensichtlich nicht gewohnt, dass ein anderer Hund (es war ein Windhund) schneller sein kann, als er, und schmollte ein wenig. Haha. Unser Plan B bestand dann darin, zu einer Shopping Mall zu fahren. Es war aber keine Mall, es war ein PARK. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Wie ein Freizeitpark, aber zum shoppen ausgelegt. Unglaublich. A. konnte ihr Glück kaum fassen und rannte mit ihrer Freundin von Schaufenster zu Schaufenster.
Abends sind wir zu einem kleinen, unscheinbaren Restaurant in einem winzigen Bergdorf gefahren, wo ich das beste Essen meines Lebens gegessen habe! Es war zwar “nur” Kartoffelbrei mit sieben verschiedenen Gemüsearten, aber es war so fantastisch und hingebungsvoll gekocht, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt, nur die Portion war leider viel zu klein. Weil wir nach unserem Hauptgang noch nicht zu richtig satt waren, gab es für alle noch einen Nachtisch. Ich habe mich gar nicht mehr einbekommen, als ich mein Schoko-Küchlein probiert habe. Der Kern war FLÜSSIG und WARM und es war einfach nur ein schokoladiger TRAUM, der mit dem Weltbesten selbst gemachten Vanilleeis serviert wurde. GÖTTLICH.

Fredag haben wir es ruhig angehen lassen. Es gab das übliche Frühstück und danach war mal nichts geplant. Die Kinder mussten für die Schule lesen und ich habe die Zeit genutzt, um auf einer Bank in der Sonne meine Schwedisch-Hausaufgaben zu machen. Abends ging es noch kurz zum Strand, aber mir war es heute zu kalt, um ins Wasser zu gehen. Zum Abendessen gab es wieder Pizza, weil … wir Urlaub hatten!

Lördag Morgen war Jonas wieder zurück aus Brüssel und wir frühstückten richtig lange zusammen und quatschten über alles mögliche. Vormittags waren die Kinder dann bei einem Friseur im Dort und nachmittags wollte meine Familie mich dann mit nach Nizza nehmen, damit ich mich mit einer Freundin treffen kann, und sie wollten sich mit ihren Freunden treffen und später zusammen in einem Restaurant essen. Blöderweise erreichte uns dann die Nachricht, dass eins der befreundeten Kinder Magen-Darm bekommen hat, und ein gemeinsames Essen nicht möglich war. Das ruinierte natürlich unseren schönen Plan. Statt in Nizza wollte meine Familie dann im Dorf essen und nur kurz nach Nizza fahren, um dort Olivenöl zu kaufen! Damit wurde meine Verabredung mit Jule quasi gekippt, denn sie konnte erst ab nachmittags.. Jule ist eine gute Freundin von mir und wir haben zusammen Abi gemacht. Sie macht zur Zeit ein AuPair Jahr in Südfrankreich und war ausgerechnet an diesem Tag mit ihrer AuPair Gesellschaft auch in Nizza! Es wäre also perfekt gewesen, wenn ich heute nach Nizza gefahren wäre mit meiner Familie! Ich war dann zwischenzeitlich richtig traurig, weil es so aussah, als würde ich Jule verpassen, weil meine Familie sich nicht lange in Nizza aufhalten wollte. Zum Glück standen wir dann aber ewig im Stau auf dem Weg in die Altstadt und Jules Veranstaltung war vorzeitig zu Ende, sodass wir uns spontan doch noch für eine Stunde sehen konnten!

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe!!! Ich habe sie schon einige Monate nicht mehr gesehen und dass wir uns dann ausgerechnet in Nizza wieder über den Weg laufen würden, hätte ich nicht gedacht! Sie war mit zwei Freundinnen unterwegs und wir sind zusammen etwas essen gegangen. Es war echt mega mega schön und auch total interessant, zu hören, wie das Leben als AuPair in Frankreich ist!

Jule hat sogar noch kurz meine Familie getroffen, weil sie mich zum Parkplatz begleitet hat. Ich war überglücklich, als wir dann abends mit der Familie zurück gefahren sind zum Essen gehen. (: Es war unser letzter Abend und da wurde natürlich nochmal ordentlich Wein getrunken.

Söndag mussten alle früh aus den Betten, obwohl unser Flug nach Stockholm erst nachmittags ging. Wir mussten noch alles packen und das Haus aufräumen, Frühstück kaufen und den Mietwagen wegbringen. A. hat das Frühstück in der Bäckerei heute ganz alleine bestellt, und sie war super stolz, und ich auch! Ich hätte ihr nämlich nicht helfen können, da ich nur Spanisch in der Schule gelernt habe.

Als wir am Flughafen ankamen, waren wir alle etwas gestresst, da wir wieder hinter unserem Zeitplan waren, aber als Cisco eingecheckt war, war alles gut und wir hatten noch genug Zeit, etwas zum Lunch zu essen. Am frühen Abend sind wir dann in Arlanda gelandet und jetzt sind wir wieder zu Hause!

Es war eine wunderschöne Zeit in Frankreich und ich bin meiner Familie unglaublich dankbar, dass sie mich dazu eingeladen hat. Ich finde es unfassbar großzügig und kann mich gar nicht genug dafür bedanken! Wir haben so viel zusammen gelacht, neue Orte gesehen, fantastisches Essen gegessen und natürlich habe ich auch viel Schwedisch gelernt! Außerdem fand ich es toll, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, weil es uns einander näher gebracht hat. Tack så jättemycket!

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