KANELBULLENS DAG, MODERNA MUSEET UND MEIN ERSTER PARKRUN || Stockholm Diary #6

Jap, es gibt ihn wirklich. Den Kanelbullens Dag! Sind die Schweden verrückt, weil sie ihrer heiß geliebten Zimtschnecke einen eigenen Tag (04.10) widmen? Vielleicht ein bisschen. Süß ist es aber irgendwie trotzdem, im doppelten Sinne, haha.

Kanelbullens Dag

Zwar findet man den wunderbaren Zimtduft ohnehin schon an jedem Tag in jeder U-Bahn Station, aber heute verfolgte er einen auf Schritt und Tritt! Ich will gar nicht wissen, wie viele Kanelbullar ich den ganzen Tag über gegessen habe… Los ging’s schon im Schwedischkurs, da eine Mitschülerin netterweise für alle gebacken hat. Nachmittag sind A. und ich dann zu S. in die Schule gefahren, weil auch die Schule den Tag feierte und Eltern und Geschwister (und AuPairs) zu Kaffee, Tee und Gebäck einlud. Für kleines Geld gab es eine frisch von den Lehrerinnen gebackene Kanelbulle und dazu ein warmes Getränk, Gespräche mit anderen Eltern gratis! Zwar fühlte ich mich zwischen all den Eltern ein kleines bisschen Fehl am Platz, aber ich genoss es, S.’s Schule mal genauer unter die Lupe nehmen zu können. Direkt kamen Erinnerungen an meine eigene Zeit aus der Grundschule hoch. Ach, was war das teilweise schön. (Trotzdem bin ich froh, mittlerweile an einem anderen Punkt meines Lebens angekommen zu sein). Zu Hause wollte A. dann auch Kanelbullar backen, aber wenn sie sagt, SIE will backen, heißt das letztendlich, dass ICH backen UND aufräumen darf. Na danke. Irgendwie war es dann aber trotzdem schön, ein typisch schwedisches Gebäck zu backen. Dadurch fühlte ich mich direkt viel schwedischer. Das Rezept war übrigens von Gunilla, meiner Schwedischlehrerin. Für vier Personen ergibt es viiiiiel zu viele Kanelbullar, da waren sogar meine Naschkatzen überfordert. Die Hälfte hätte es auch getan!

Hier ein Rezept auf deutsch: Rezept Ikea

Donnerstag Abend habe ich mich relativ spontan für einen Parkrun angemeldet! Ich habe so etwas noch nie zuvor gemacht und bin immer noch überrascht, wie ich mich dazu durchringen konnte. Ich glaube, dass ist einfach diese positive, sportbegeisterte Stimmung in Schweden, oder zumindest auf Lidingö, die mich angesteckt hat. Freitag Abend dachte ich dann kurz “ach, du gehst einfach nicht hin, blamierst dich eh nur”, aber dann habe ich mich zusammengerissen, bin früh schlafen gegangen und am Samstag Morgen viel zu früh aufgestanden. Der Lauf ist um halb 10, aber ich war noch nie im Haga Park und wusste nicht, wie viel Zeit ich einplanen muss, um den Start zu finden. Franzi, meine Partnerin in crime, ist netterweise mitgekommen, um mir seelischen Beistand zu leisten! Laufen wollte sie aber nicht. Sie sagte, sie sei einfach kein Laufmensch. Das Einzige, was ich denken konnte war ‘ICH DOCH AUCH NICHT’. :’D Wir waren dann jedenfalls viel zu früh im Park bei gemütlichen 6°C und Franzi, die Ärmste, musste 1 1/2 Stunde in der Kälte warten… Als ich das später einer anderen Läuferin erzählte, meinte sie, “Honey, this is real friendship!”.

Als der Lauf los ging war ich SUPER aufgeregt. Ich laufe normalerweise keine 5km, auch wenn das gar nicht so lang klingt. Nach 3km habe ich meistens keine Lust mehr und höre auf. Der Lauf, bzw. die Läufe, werden übrigens alle von Freiwilligen organisiert, und dafür ist alles wirklich erstaunlich gut geplant! Jeden Samstag um 9:30 treffen sich dann zwischen 10 und 100 Läufern und laufen gemeinsam im Haga Park ins Wochenende. Mein Ziel war es, einfach nicht als Letzte ins Ziel zu kommen. Ich bin zwar jung, aber wiiiiirklich wirklich unsportlich, wenn es um Ausdauersport geht. (Ja, 5km laufen ist Ausdauersport für mich!)

Jedenfalls ging der Lauf dann los und ich war mega nervös, weil ich am Start direkt von richtig vielen Läufern überholt wurde. Irgendwann habe ich aber ein paar Läufer gefunden, die ungefährt das selbe Tempo wie ich hatten, und da habe ich dann versucht, dran zu bleiben. Einen Kerli habe ich nach ca. 3 1/2 Kilometern etwas aus den Augen verloren, aber er war dennoch eine große Motivation für mich.

Der Lauf war wunderschön, trotz der Anstrengung, weil es ein kalter aber trockener Herbsttag war und die Luft einfach nur fantastisch war. Alle Bäume leuchteten rot und gelb und orange und ich liiiiebe Herbst! Was einem natürlich vorher niemand sagt ist, dass es auch stark bergauf geht, aber auch damit bin ich klar gekommen! Ich hätte es mir ja auch eigentlich schon denken können. Irgendwie. Der letzte Kilometer zog sich nochmal, aber davon abgesehen ging die Zeit erstaunlich gut um. 30:18min bin ich gelaufen, was ich echt gut finde für mich! Normalerweise bin ich einfach nur froh, wenn ich unter 7min/km bleibe… Und ich bin nicht als Letzte ins Ziel gekommen! Woop woop! Ich war so gut gelaunt und stolz auf mich nach dem Lauf, dass ich spontan entschied, nächste Woche wieder mitzulaufen! Vorausgesetzt, dass Wetter ist nicht all zu fürchterlich. Die Parkrun Instagram Seite hat schon irgendwie recht: Es gibt kaum eine besser Art und Weise, als das Wochenende mit einem schönen Parklauf anzufangen.

Das Beste an der ganzen Sache war aber meiner Meinung nach, dass ich danach noch spontan mit anderen Läuferinnen in ein Café gegangen bin. (Das machen die wohl jeden Samstag). Ich habe zwar zu Beginn englisch gesprochen, aber dann haben die Mädchen einfach angefangen, schwedisch mit mir zu sprechen und ich habe dann auch angefangen schwedisch zu sprechen! Mein Wortschatz ist zwar noch mini und ich verstehe auch noch nicht alles, aber hey! Ich konnte eine Konversation mit echten Stockholmern führen! Auf schwedisch! Riesiges Erfolgserlebnis für mich und definitiv Motivation genug, an weiteren Läufen teilzunehmen.

Links Sam, rechts Jill und neben mir auf dem Sofa Vicky 🙂

Den Rest des Tages habe ich dann mit Emma auf Södermalm verbracht. Unsere Mission waren: Secondhand-Läden. Ich war zwar nicht direkt auf der Suche nach einem Mantel, wollte aber insgeheim schon lange einen neuen Mantel haben, vor allem, weil ich meinen auf Grund von Gepäckbeschränkungen zu Hause gelassen habe. In einem Laden fand ich dann für nur unfassbare 400kr einen wunderschönen langen Mantel und kaufte ihn nach kurzer Beratung mit Emma! Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, als ich den Laden verließ. Ich werde über Secondhand-Läden in Stockholm noch einen eigenen Post schreiben.

Emma und ich entdeckten außerdem einen tollen Food-Store, der das absolute Paradies eines jeden Veganers ist!

Super teuer natürlich, aber darüber habe ich hinweg gesehen, als ich mein geliebtes Soja-Hack kaufte, das ich sonst nirgends finden konnte! Abends war noch irgendein Food Markt oder sowas mit live Musik, wo wir eigentlich noch hinwollten, aber es regnete ununterbrochen und uns war kalt und ich war müde, deshalb sind wir statt dessen nach Hause gefahren. Habe natürlich meinen Bus nach Lidingö verpasst und musste Ewigkeiten in Ropsten warten. Juhu. Im Nachhinein finde ich etwas schade, dass wir nicht zum Markt gegangen sind, weil dieser wohl nur einmal im Jahr stattfindet. Das wussten wir aber nicht. Naja, es gibt auch noch genug andere coole Sachen, die man machen kann!

Sonntag wollte ich mich eigentlich mal ein wenig ausruhen und Hausaufgaben machen, aber die Mädels wollten ins Modern Museet und da konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Jetzt, wo es andauernd regnet, ist es an der Zeit, sich Stockholms Museen anzuschauen! Das Museum war ganz cool, aber nicht der Oberknaller. Dafür ist es kostenlos und hat einen schönen kleinen Laden mit vielen interessanten Büchern. Außerdem gab es natürlich Kaffee!

Regenwetter Gesichter

Die moderne Kunst hat mir natürlich auch gut gefallen, wobei ich viele der Werke einfach nicht verstanden habe. Hier meine liebsten Werke:

Art

Insgesamt war es echt ein gelungener Ausflug und ich bin froh, dass ich nicht zu Hause geblieben bin! Trotz des Wetters. Abends wollte ich eigentlich zum Sport, aber wenn ich zwei Sachen zeitlich immer unterschätze sind es 1. Hausaufgaben und 2. Skypen mit meiner Familie. :’D

Bis bald, eure Nele x

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