DIE EISZEIT SCHEINT EIN ENDE ZU HABEN || AuPair Update #23

Hallo ihr Lieben,

dass ich müde vom Winter bin, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Alleine die Untätigkeit auf meinem Blog reicht da als Beweis. Dabei ist das Leben gar nicht so schlimm, wie es immer gesagt wird. „Ohh, voll dunkel bei euch, oooh, voll kalt..“. Ja. Es ist dunkel, es ist kalt, und wir haben keine Lust mehr, aber deshalb haben wir trotzdem eine gute Zeit. Irgendwie.

Nach dem Ski-Urlaub kam meine große Schwester über’s Wochenende nach Stockholm, um mich zu besuchen. Ich habe mich unendlich doll gefreut, dass sie gekommen ist und als wir uns zum ersten Mal nach sieben Monaten wieder in den Arm genommen haben, haben wir auch direkt angefangen, loszuheulen. Typisch. Wir verbrachten den Freitag hauptsächlich mit den Kindern auf Lidingö, wo sie natürlich auch Cisco und den Rest der Familie kennenlernte. S. hatte sich schon seit Langem auf ihren Besuch gefreut und war ganz aus dem Häuschen! Total niedlich! Wir haben dann Skip-Bo zusammen gespielt, waren spazieren und haben abends Pizza selbst gemacht und eine gute Zeit mit meiner Familie verbracht.

Die nächsten zwei Tage war natürlich Stockholm angesagt und das bedeutete für uns: viel Secondhand shoppen und fikan! Laura versuchte glaube ich, den „wie viele Kanelbullar kann man in drei Tagen essen“-Rekord aufzustellen und ich musste natürlich auch daran glauben. Zusammen waren wir sehr erfolgreich beim shoppen und ebenso darin, einen freien Tisch in fancy Cafés zu ergattern. Einen ausführlicheren Beitrag über unsere gemeinsame Zeit findet ihr übrigens aufs Lauras Blog, der ganz neu und total süß ist! Leider spielte das Wetter da noch nicht so richtig mit, aber davon haben wir uns nicht runterziehen lassen!

Als Laura am Montag Abend wieder nach Hause flog, war ich unendlich traurig und musste mich die nächste Woche mit viel Arbeit ablenken. Mein Sprachkurs half dabei natürlich sehr, ebenso wie laufen gehen oder die Mädchen zum Kaffee trinken treffen.

Am nächsten Wochenende kam dann endlich die Sonne zu uns nach Stockholm, aber nicht die Wärme. Im Gegenteil. Es wurde nochmal richtig kalt und das Meer vor unserer Haustür fror wieder komplett bis zur anderen Seite zu (dann ist übrigens ein crazy Luftkissenboot unterwegs), ebenso wie sämtliche Seen. Franzi und ich entschieden uns deshalb spontan dazu, uns Cisco zu schnappen, und ein bisschen die Gegend unterhalb von Stockholm zu erkunden. Es ging deswegen nach Hellasgården, einem Naturreservat mit großem See, das unter Anderem verschiedene in- und outdoor Aktivitäten anbietet.

Wir wollten aber nur spazieren gehen und das war natürlich auch kein Problem. Statt um den See herum zu gehen, ging es über das Eis. Da war auch einfach viel mehr Sonne. Wir folgten der Strecke, die zum Schlittschuh laufen vom Schnee befreit worden war, und genossen die Sonne und die frische Luft. Tatsächlich sahen wir Leute, die aus der Sauna kamen und danach in einem Loch im Eis Abkühlung suchten. Verrückt.


Cisco war auch ganz begeistert und lief auf dem Eis viel sicherer als Franzi (also ich habe ja Metall-Noppen unter meinen Schuhen, hehe. Beste Investition). Da das Wetter einfach herrlich war und wir noch nicht zurück nach Hause wollten, sind wir spontan noch weiter westlich nach Saltsjöbaden gefahren, einem kleinen Ort, der, wenn möglich, noch bonziger ist, als Lidingö, aber auch traumhaft schön! Wer dort wohnt, kann sich echt glücklich schätzen. Wir haben den Landi, den wir uns netterweise von meiner Familie leihen durften, irgendwo geparkt und sind planlos losgezogen, einfach mal Richtung Wasser. Es erwies sich als ausgesprochen gute Idee. 

Es war noch schöner dort, als unser Ausflugsziel zuvor. Über eine winzige Brücke ging es zu einer kleinen Insel, an die ein langer Steg gekoppelt war. Dahinter lag das offene Meer und am Rande der Insel eine große Sauna oder so etwas, denn es sprangen nach und nach lauter nackte Männer ins Wasser. Herrlich.

Weil uns das immer noch nicht reichte, sind wir noch weiter Richtung Westen gefahren. Dort liegt ein winziges Örtchen mit dem schönen Namen Älgö und dort haben wir nochmal richtig Sonne und Meerluft getankt. Außer uns waren nur ein paar Schlittschuhläufer auf dem Eis unterwegs, und eine Familie, die ernsthaft versuchte Fußball zu spielen. So etwas gibt es wirklich nur in Schweden!

Keine Leiter notwenig würde ich sagen

Auch den nächsten Wintertag wollten wir nochmal so richtig nutzen und verabredeten uns für den Nachmittag mit unserem Freund Ville zum Lunch plus Spaziergang auf Djurgården. Manchmal sind wir schon ganz schöne Omis. Hauptsache spazieren gehen und Kuchen und Kaffee in Massen zu sich nehmen!

Als Lunch Ort hatten wir uns Rosendals Trädgård Café/ Restaurant ausgesucht. Da wollten Franzi und ich ja schon einmal hin, sind aber zu spät gekommen. Heute hatten wir aber mal die Öffnungszeiten im Vorfeld rausgesucht und hatten Glück, einen Tisch zu bekommen. Das Café ist unter Stockholmern sehr beliebt und insbesondere jetzt, bei so fantastischem Wetter, tummelten sich unzählige Menschen vor und in dem Café. Man muss manchmal einfach ein bisschen dreist sein, um einen Platz zu bekommen. Damit meine ich nicht drängeln oder sowas, aber wir Deutschen tendieren ja oft dazu, etwas steif oder verklemmt zu sein, wenn es um solche Sachen geht, wie irgendwo einen Tisch zu bekommen, aber da es in Stockholm eher Regel als Ausnahme ist, dass es mehr Menschen als Platz in Cafés gibt, gewöhnt man sich irgendwann an das ‚hej, seid ihr gerade dabei zu gehen? Oh cool, dann haben wir ja einen Platz gefunden‘. Franzi und ich bestellten Suppe, Kaffee und Kuchen und bis wir alles an unserem Platz hatten, verging bestimmt eine Dreiviertel Stunde. Gut, dass wir für Ville einfach irgendwas mit bestellt hatten! Dieser kam nämlich etwas verspätet und hätte sonst alleine Essen müssen.


Das Café würde ich in jedem Fall weiter empfehlen, man sollte sich aber bewusst sein, dass man sehr viel Zeit und Geduld mitbringen muss. Unser Essen war super lecker (und teuer) und der anschließende Spaziergang auf der Insel tat ebenfalls gut!

Manchmal ist es ein wenig schwierig mit der Konversation, weil Ville schwedisch spricht, ich eigentlich auch nur, Franzi schwedisch versteht aber noch nicht so gerne spricht, Ville auch gerne englisch redet, ich beim englischen immer unterbewusst ins schwedische abdrifte und Franzi und ich untereinander deutsch sprechen. Trotz dieser kleinen Sprachschwierigkeit ist es immer lustig mit den beiden!

Zwar wird es immer noch früh dunkel und ist kalt, aber der Frühling lässt nicht mehr lange auf sich warten! Man spürt schon die Aufregung der Stockholmer, die der Sonne und der Wärme entgegen fiebern. Und wie ihr sehr, kann man auch trotz Winter eine super tolle Zeit haben! (:
Jetzt wird es aber langsam wirklich wärmer und das Eis schmilzt! Frühling – wir warten auf dich!

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