Santa Lucia, Weihnachtswerkstatt & Besuch aus Deutschland || Stockholm Diary #16

Hej hej!

Nachdem wir am Wochenende mit den Kindern den Tannenbaum (julgran) geschmückt hatten, war ich richtig in Weihnachtsstimmung und måndag Morgen wurden wir dann netterweise vom Wetter mit Schnee beschenkt. Auf dem Weg zur Schule hörten A. und ich laut ‚It’s Beginning to Look a Lot like Christmas‘ und freuten uns unseres Lebens.

Klein S. hatte gestern leider wieder einen Fieberrückfall und musste heute nochmal zu Hause bleiben. Betty meinte aber, ich könne trotzdem zur Schule gehen, weil es ja nur drei Stunden seien und als ich gerade los wollte, ist der kleine Mann natürlich aufgewacht und ich habe ihm noch Frühstück gemacht und bin dann erst los. Deshalb habe ich meinen Bus verpasst, aber Franzi fuhr mich netterweise nach Ropsten, damit ich eventuell noch meine Bahn bekomme, doch auch diese verpasste ich um wenige Sekunden. Viel zu spät kam ich also zum Schwedischkurs, aber manchmal ist das halt so. Wir sind ja zum Glück alle AuPairs in unserem Kurs und verstehen gegenseitig am besten, dass jeder Tag kommt, wie er will. Eigentlich wäre heute nach dem Kurs Weihnachtsfeier in unserer Schule gewesen, aber ich musste nach Hause, um mich um meinen kleinen Mann zu kümmern.
Den Nachmittag verbrachte ich dann zum Teil noch mit A. beim Optiker, weil festgestellt wurde, dass sie eine Brille braucht. Ich hatte schon das große Drama erwartet, aber es blieb aus. Sie findet die Brille, die sie sich ausgesucht hat, nämlich super cool!
S. fühlte sich abends fit genug für Skipbo und heiße Schokolade und wenig später ging es dann auch schon ins Bett.

Tisdag war ein absolut unspektakulärer Tag, dessen „Highlight“ wohl ein langer kalter Spaziergang mit Cisco im winterlichen Sticklinge war.

Onsdag war dafür Santa Lucia und das hatte ich total vergessen. Erst als A. ein Schmollgesicht zog, weil nichts „Tolles“ in ihrem Adventskalender war, fiel es mir wieder ein. Ich kenne das Luciafest aus Deutschland nicht und musste mich daher erstmal ein bisschen schlau lesen. Das Fest verdankt seinen heutigen Status der Tatsache, dass der 13. Dezember in Schweden bis 1752 der kürzeste Tag des Jahres war. Normalerweise beginnt das Feiern des Tages direkt morgens mit der Familie und wird dann den Tag über in der Schule oder auf der Arbeit fortgesetzt. Auch wir haben in unserem Schnwedischkurs Lucia Lieder gesunden und Kerzen angemacht. Traditionell isst man Safrangebäck (lussekatter) und in Stockholm gab es viele große Lucia-Feierlichkeiten in den Kirchen. Da diese aber ziemlich viel Eintritt nehmen, teilweise unverschämt viel, wie ich finde, habe ich mich spontan Merle angeschlossen und bin mit ihr zu einer kleineren Feier auf Lidingö gefahren. War eine super Entscheidung! Ich war noch nie in der Kirche (kyrka) auf Lidingö, fand es aber spontan total einladend und gemütlich!

Obwohl das Fest in einer Kirche stattfindet, ist es wenig kirchlich geprägt. Es gab auch keinen Gottesdienst, wie Merle und ich es erwartet hatten, sondern hauptsächlich den feierlichen Einmarsch der Lucia im weißen Gewand mit rotem Band um der Taille und dem Kerzenkranz auf dem Kopf, und dem darauf folgenden Programm des Kinderchors. Oft wird heute aus Sicherheitsgründen ein elektrischer Kranz benutzt, aber unsere Lucia hatte echte angezündete Kerzen. Es folgten viele weitere Mädchen mit Kerzen in den Händen und auch ein paar Jungs, es war total niedlich!

Sie haben richtig süß gesungen und das war auch der Hauptbestandteil des Festes. Es wurde noch eine Geschichte vorgelesen und dann war die „Zeremonie“ auch schon nach einer guten Stunde vorüber.

Torsdag Abend verwandelte sich unser Haus spontan in den Schauplatz einer Weihnachtswerkstatt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Dame, die mit lauter Bastelsachen zu uns kam, Jonas Tante war. Jedenfalls hatte sie eine tolle Idee, was man als DIY Weihnachtsgeschenke machen könnte und daraufhin verwandelte sich unsere Küche in eine Marmeladen-Manufaktur.

Alle waren begeistert dabei, es wurde Weihnachtsmusik gehört und jeder hatte seine ihm zugeteilte Aufgabe. Ich hätte mir nichts schöneres vorstellen können, als mit der ganzen Familie Weihnachtsmarmelade zu kochen! Eigentlich war auch noch geplant, Etiketten für die Gläser zu fertigen und diese dann einzupacken, aber das haben wir auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, weil es einfach zu spät wurde.

Bei dem anschließenden Abendessen war das Familienglück perfekt! Cisco war natürlich auch am Start.

Fredag war mein letzter Tag in meinem zweiten Schwedischkurs und natürlich haben wir eine kleine Feier veranstaltet. Außerdem wurde Astrid Lindgrens Jul geschaut und unsere Geschenke an Gunilla überreicht.

Nachmittags hatte ich einen kleinen Notfall mit Franzi, weil sie sich bei einem blöden kleinen Unfall den Fuß verletzt hat und wir uns lange nicht sicher waren, ob wir in ein Krankenhaus fahren sollen, oder nicht, oder doch, und was ist mit den Kindern, und dann habe ich Betty angerufen, und dann wollte ich los, dann aber doch nicht, und letztendlich sind wir nicht in ein Krankenhaus gefahren, aber ich bin trotzdem nach dem Abendessen zu Franzi gefahren, weil sie alleine zu Hause war und wir später Hannes, einen guten Freund von ihr, vom Hauptbahnhof abholen mussten.
Vorher gab es aber noch frisch gebackenes Bananenbrot mit warmen Himbeeren und eine Spotify Playlist mit furchtbaren Kultsongs.


Mit Franzi, dem kleinen Krüppel, sind wir dann nachts los und haben Hannes abgeholt. Er hat Franzi netterweise Krücken mitgebracht, so dass sie sich wenigstens halbwegs fortbewegen konnte die nächsten Tage. Weil es schön spät recht spät war, habe ich die beiden nur zu Hause abgeladen und bin dann relativ schnell selbst los und ins Bett.

Lördag wollte ich Hannes zum Haga Parkrun mitnehmen, aber dieser wurde kurzfristig abgesagt, weil die Strecke vereist war. Leider! Stattdessen habe ich ausgeschlafen und wurde irgendwann von S. geweckt, der auf mein Bett gesprungen ist und Aufmerksamkeit haben wollte. Süß. Mittags holte ich Franzi und Hannes ab und wir machten uns zusammen auf den Weg Richtung Södermalm. Allerdings kamen wir trotz der Krücken nur sehr langsam voran und konnten uns nicht so viel anschauen, wie wir geplant hatten. Stattdessen landeten wir in einem kleinen Café, wo wir Lunch aßen.


Zum Abendessen war ich zu Hause, danach bin ich aber wieder los, um mich mit den Mädchen, Ville und einem Freund von ihm in einer Bar zu treffen. Ich wollte eigentlich nicht so lange bleiben, aber es war dann so gut, dass ich mich spontan dazu entschlossen habe, erst den letzten Bus nach Hause zu nehmen, wobei ich das eigentlich nicht mehr machen wollte, seit ich den einmal verpasst habe und mehr oder weniger gestrandet war.

Söndag kamen Franzi und Hannes zum spazieren gehen vorbei, und es war zwar kalt aber total schön. Es gibt eh nichts besseres, als am Wasser spazieren zu gehen. Ich liebe jeden Spaziergang mit Cisco und Lidingö kann auf jeden Fall mit dem aufregenden Stockholm mithalten!

Nachmittags habe ich mit Franzi bei uns Waffeln gebacken und Hannes hat mit S. Fifa gespielt. S. war so happy, dass er mal einen würdigen Gegner hatte, dass die Waffeln ihm fast egal gewesen wären. Wir hatten einen super guten Nachmittag und als der Rest der Familie nach Hause kam, freuten auch sie sich über die verbleibenden Waffeln. Es war ein richtig gemütlicher, winterlicher Sonntag!

Tut mir leid, dass die Weekly-Updates erst so spät kommen, aber ich gebe mir Mühe, um so schnell wie möglich die verpassten Wochen nachzuholen!

Bis bald,
eure Nele x

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