Weihnachtsmarkt, Freunde treffen & krank sein || Stockholm Diary #15

Hej!

Irgendwann musste es ja kommen, das krank Werden. Ich habe mich schon söndag Abend nach dem Training schlapp gefühlt und måndag Morgen in der Schule fühlte ich mich einfach nur krank und wollte ins Bett. Ich hatte Kopfschmerzen, Halsschmerzen und spätestens am Abend Fieber. Den Alltag mit den Kindern habe ich irgendwie so gemeistert, abends gekocht, weil Betty nicht da war, und bin dann auch direkt schlafen gegangen gegen 20h. Als Jonas mich verwundert anschaute, als ich sagte, ich würde schlafen gehen (vor den Kindern), weil ich mich krank fühle, erwiderte er „du siehst gar nicht krank aus“. Ha! Wenn der wüsste.

In dieser Nacht habe ich fürchterlich geschlafen, hatte Fieber und Schüttelfrost und bin am tisdag Morgen kaum aus dem Bett gekommen. Nachdem ich A. in die Schule gefahren hatte, war ich gerade wieder auf dem Weg ins Bett, als Franzi fragte, ob sie vorbeikommen soll. Sie wäre nicht Franzi, wenn sie sich nicht trotz Ansteckungsgefahr sofort auf den Weg zu mir gemacht hätte. Ich fand es total lieb von ihr und nachdem wir zusammen Avocado-Brote und Hafermilch-Latte Macchiato gemacht hatten, ging es auf’s Sofa um ‚Mein Blind Date mit dem Leben‘ zu gucken, den meine liebe Schwester mir zum Geburtstag geschickt hatte. Unser gemütlicher Vormittag war viel zu schnell vorbei und dann waren die Kinder auch schon wieder zu Hause.

Onsdag war Nikolaus und die Kinder hatten keine Ahnung, was sie mit ihrem Schoko-Nikolaus anfangen sollten, den ich in ihrem Adventskalender platziert hatte. Fand ich ja schon ziemlich lustig. In solchen Momenten merkt man, dass Schweden dann halt doch nicht Deutschland mit mehr Platz, Stil und Elchen ist, sondern seine eigene Kultur und Traditionen hat.
S. fühlte sich heute nicht gut und nachdem Betty Fieber gemessen hatte, beschloss sie, ihn nicht zur Schule zu schicken. Das bedeutete dann auch für mich keine Schule, was ich aber nicht so dramatisch fand, weil klein S. natürlich wichtiger war. Im Laufe des Tages stellte sich dann heraus, dass es die einzig richtige Entscheidung war, ihn zu Hause gelassen zu haben, da seine anfangs nur leicht erhöhte Temperatur sich von Stunde zu Stunde zu einem schönen 39,6°C Fieber entwickelt hatte. Armer kleiner Mann. Ich war froh, dass ich ihn überreden konnte, ins Bett zu gehen und er hat tatsächlich noch drei Stunden geschlafen, was für ihn sehr untypisch ist. Franzi ist in der Zwischenzeit auch wieder vorbei gekommen und da ich mich wieder ein wenig besser fühlte, machten wir Hausaufgaben zusammen.


Den ganzen Tag über kümmerte ich mich dann noch um S. und wir hatten eigentlich echt eine schöne Zeit zusammen, weil er total im Kuschelmodus war, aber dafür gab es dann natürlich noch eine kleine Krise mit A., weil ich ihr verboten haben, eine Serie ab 16 zu gucken und sie total ausgerastet ist und unschöne Dinge zu mir gesagt hat. Das Leben mit Kindern ist nicht immer nur Zuckerwatte.

Torsdag entschied Betty sich spontan dazu, von zu Hause aus zu arbeiten, weil S.’s Fieber weiterhin unbehaglich nahe an den 40° war. Ich hatte dadurch quasi nichts zu tun, außer mit Cisco rauszugehen und habe den Vormittag bei Franzi verbracht, um dort Hausaufgaben zu machen. Ich merkte allerdings, dass ich mich die Woche über noch nicht genug ausgeruht hatte und eigentlich ins Bett gehörte. Da A. heute von der Mama einer Freundin mit nach Hause genommen wurde, konnte ich mich tatsächlich noch etwas hinlegen und habe abends nur noch Pfannkuchen und Suppe gemacht und A. vom Sport abgeholt. Betty war wieder bei einer abendlichen Veranstaltung, weshalb ich erst S. und dann A. vorgelesen habe, über eine Stunde, damit sie einschlafen. Danach hatte ich keine Stimme mehr (meine Halsschmerzen waren auch noch nicht weg – juhu), aber immerhin zwei schlafende Kinder und meinem Schwedisch tut es auch gut laut zu lesen.

Fredag blieb Betty nochmal zu Hause, wodurch ich zur Schule gehen konnte. Fit war ich nicht, aber ich wollte nicht noch einmal fehlen. Ich hatte zwar fast keine Stimme, überstand die zwei einhalb Stunden aber und bin danach ins Bett gegangen. Heute war der erste Tag, an dem Betty mir sagte, dass ich auch echt krank aussähe. Gut, dass das dann auch mal jemand bemerkt hat. Mein Mittagsschlaf half zum Glück und abends fühlte ich mich gut genug, um Franzi nicht zu enttäuschen und mit ihr, Merle und Samira nach Nacka zu fahren, wo eine Art Weihnachtsmarkt veranstaltet wurde, aber mit Ständen an denen auch Secondhand Kleider verkauft wurden. Draußen gab es zu dem foodtrucks, veganes Essen, gebrante Mandeln und einen tollen Chor. Es war ziemlich Hipster, aber mir gefiel es.

Lördag habe ich richtig lange ausgeschlafen, was mir danach etwas peinlich war, weil ich das Gefühl hatte, meine Familie würde denken, ich würde andauernd mega spät nach Hause kommen, was nicht der Fall ist. Ich wollte mich schlicht und ergreifend gesund schlafen. Ich hatte keine großen Pläne für den Tag und bin mittags nur mit dem Bus nach Lidingö Centrum gefahren, um mit Franzi über den Weihnachtsmarkt zu gehen. Er war mini mini MINI, aber irgendwie süß und authentisch. Wir sind am Ende unserer (kleinen) Runde in einem Café gelandet und haben noch stundenlang gequatscht.

Abends waren wir bei einem Freund aus Stockholm zu Hause auf ein Bier eingeladen und es kamen noch viele andere Freunde von uns und es wurde ein richtig guter Abend mit Wein und tollen Gesprächen. Notiz an mich selbst: Zwei Gläser Wein helfen durchaus sich einzubilden, man würde nicht erst seit vier Monaten in Stockholm wohnen und könne mindestens genauso gut Schwedisch sprechen wie der Gesprächspartner.

Söndag war ein Tag, an dem ich zu nichts so richtig Lust hatte. Ich hab mir Cisco geschnappt, Franzi nach Stichlinge beordert und bin mit ihr eine Stunde lang spazieren gegangen. Abends haben Betty und ich ein richtig leckeres Abendessen zusammen gekocht und beim Essen hatten wir eines der lustigsten Gespräche, die wir je hatten. Ich weiß nicht mehr, worüber genau wir geredet haben, aber die Kinder, Betty und ich lagen am Ende alle mit Lachtränen unter dem Tisch und konnten nicht mehr. Wir haben anschließend meine Weihnachstplaylist angemacht und unseren fantastischen Tannenbaum geschmückt. Ich bin ein großer Fan davon, den Tannenbaum so früh aufzustellen, weil man dann wenigstens noch lange etwas davon hat!

Mit frischer neuer Weihnachtsstimmung zu Hause geht es auf in die neue Woche!

Eure Nele
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