DJURGÅRDEN, DROTTNINGHOLM & BESUCH AUS JÖNKÖPING || Stockholm Diary #8

Hallo ihr Lieben!

Endlich melde ich mich mal wieder! Ich hänge total mit meinen Wochen Updates hinterher, ich weiß, aber in letzter Zeit war alles einfach so super stressig! Statt jetzt hier eine große Einleitung zu schreiben, fange ich einfach mal an zu erzählen, was so alles passiert ist!

Måndag: War der absolut herrlichste Herbsttag, den man sich vorstellen kann! Richtig Astrid Lindgren Bilderbuch-Style. Nach der Sprachschule habe ich A. abgeholt und dann haben wir erstmal ein Herbst Fotoshooting vor der Haustür gemacht.

Die Sonne geht aber mittlerweile schon um halb 6 unter, sodass man die Zeit nachmittags wirklich nutzen muss. Und es wird jeden Tag schlimmer!  Leider konnte ich das gute Wetter nicht so richtig nutzen, weil ich den halben Tag mit A. in der Küche stand und Kanelbullar gebacken habe. Dieses Mal nicht für eigenen Zwecke (leider.), sondern für A.’s Schule.

Tisdag: Ist immer ein stressiger Tag bei mir, den ich meistens mit einer schönen Stunde Fitness mit Franzi beginne. So auch heute. Danach mache ich nur den Haushalt, gehe mit Cisco Gassi und muss dann schon fast wieder die Kinder abholen, Hausaufgaben mit ihnen mache und sie zum Sport fahren.

Für S. bin ich abends immer eine Stunde unterwegs und A. und ich sind auch erst um 20:15h wieder zu Hause.. Danach muss ich meistens noch meine eigenen Hausaufgaben fertig machen und mir irgendetwas zu Essen suchen.

Onsdag: Musste ich wie immer in die Sprachschule und danach war ich noch kurz mit Emma auf Södermalm und habe dort in einem Pen Store Tinte für meinen Lamy Füller gekauft. Es scheint, als würde kein Mensch in Stockholm Lamy Füller benutzen! Gewöhnliche Schreibwarengeschäfte haben einfach keine Tinte! Habe aber jetzt endlich wieder meine heiß geliebte königsblaue Tinte und konnte eine Existenzkrise gerade noch so abwenden. Es war mega schönes Wetter und die Gegend um den Pen Store herum war total schön, aber leider musste ich nach Hause, um meinen Pflichten als AuPair nachzugehen.

Als ich S. zum Fußball gefahren habe, bin ich einfach die Stunde über dort geblieben und habe Hausaufgaben gemacht, anstatt für 30 Minuten nach Hause zu fahren. Die Fußball-Saison ist auch bald zu Ende, dann habe ich etwas weniger zu tun mit Fahren. Nachmittags haben die Kinder und ich noch SkipBo gespielt (neues Lieblingsspiel von allen haha) und nach dem Abendessen habe ich es mir mit der neuen Staffel ‚The Blacklist‘ gemütlich gemacht. Ein bisschen Zeit für mich selbst muss auch mal sein.

Torsdag: Kam ich nach draußen und musste tatsächlich zum ersten Mal DAS AUTO FREI KRATZEN! Im Oktober! Ich habe meinen Augen fast nicht getraut. Darauf muss ich mich jetzt wohl einstellen und vermutlich auch noch früher aufstehen… Dafür sah sie Landschaft heute aber spektakulär schön aus. Überall war Frost und die Sonne strahlte über dem hellblauen Himmel. Die Straßen waren gesäumt von Bäumen mit goldenen Blättern und es duftete überall nach Herbst.

Nein, ich mache keine Fotos beim Auto fahren. Das Bild hat A. aufgenommen.

Als A. in der Schule und ich auf dem Weg zum Sport war, habe ich spontan an einem See angehalten, weil ich es so überwältigend schön fand. Es war eiskalt, über dem Wasser waberte Nebel und es war total ruhig bis auf das Gezwitscher einiger Vögel. Richtig magisch! Ich fühlte in diesem Augenblick eine riesige Dankbarkeit dafür, dass ich zur Zeit an diesem wunderschönen Ort leben darf!

Nachdem ich wieder zu Hause war, habe ich auch direkt einen großen Spaziergang mit Cisco gemacht, um das Wetter noch etwas länger zu nutzen. Allein des Wetters wegen war ich phänomenal gut gelaunt.

Mittags bin ich mit dem Auto nach Ropsten gefahren und von da aus dann mit der Bahn in die Stadt. Ich wollte eigentlich noch ein bisschen in der Innenstadt herumlaufen, aber mein Zeitmanagement war mal wieder eine Katastrophe.

Heute kam nämlich Jan aus Jönköping an, da er mit Jonas und S. am Wochenende zum Jagen verabredet war, und ich wollte ihn bei T-Centralen abholen. Richtig gute Idee. Niicht. Ich habe eine halbe Stunde eingeplant, um die Stelle zu finden, wo sein Bus ankommt, und die habe ich auch gebraucht, haha. Trefft euch niemals mit jemanden in T-Centralen, wenn ihr es irgendwie verhindern könnt! Es ist immer ein riesiges Abenteuer. Oder wohl eher ein Alptraum. Jan hat vor zwei Jahren bei meiner Familie als AuPair gearbeitet, ist aber eher weniger das ‚ehemalige Aupair‘ sondern viel mehr der ältere Sohn, der gerade studieren ist. Meine Familie spricht dauert von ihm, was natürlich auch bei mir das Interesse geweckt hat, ihn mal zu treffen. Wir haben uns tatsächlich recht schnell gefunden und sind zusammen durch Stockholm gelaufen. Ich hatte richtig viel Spaß dabei, obwohl eher ja quasi eine fremde Person ist, aber es hat sich nicht wirklich danach angefühlt.

Wir waren zusammen einen Kaffee in Östermalm trinken und sind danach mit dem Auto los, um A. von der Schule abzuholen. Sie hat sich riesig gefreut, auch wenn sie natürlich viel zu cool war, um das vor allen zu zeigen. (Es lebe die Pubertät.) Zu Hause habe ich dann Mittagessen gemacht und anschließend sind Jan und ich auf Lidingö mit Cisco spazieren gegangen. Das phantastische Wetter hat sich zum Glück gehalten und es war ein traumhaft schöner Herbsttag.

Es tat richtig gut mal mit jemandem zu sprechen, der die Kinder kennt und die Eltern und auch die ein oder anderen Probleme gehabt hat. Er hat mich wirklich enorm aufgebaut und mir viele Sorgen genommen und immer wieder betont, dass ich mir einfach ein bisschen mehr Zeit geben muss. Darin muss ich mich wohl noch üben.

Cisco war natürlich auch ganz aus dem Häuschen!

Abends musste ich nur die Kinder abholen und nicht kochen, da Jan sein „signature dish“ gekocht hat. Irgendwas mit Lax, aber er hat extra etwas vegetarisches für mich vorbereitet, mega lieb! Damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Fredag: Musste ich besonders früh aufstehen um A.’s Frühstück vorzubereiten (letzte Woche hatte sie mich angegiftet mit „du är för sent (du bist zu spät) als ich nach oben kam) und S. hatte auch einen Ausflug, weshalb er eine extra Lunchbox brauchte. Als die Kinder aus dem Haus waren, habe ich mich zusammen mit Jan auf den Weg zur Sprachschule gemacht. Statt auszuschlafen hat er sich nämlich dazu entschlossen, mitzukommen, um Gunilla mal wieder zu sehen. Er hat den gleichen Sprachkurs wie ich gemacht und ich fand es mega cool, dass er mitgekommen ist! Natürlich ist sein Schwedisch absolut einschüchternd, aber es war trotzdem echt lustig mit ihm. Gunilla hat sich natürlich auch sehr gefreut! Echt schade, dass wir nur Mädchen in unserem Kurs sind. Die letzte halbe Stunde des Unterrichts haben wir übrigens einen Film geschaut von 1900 irgendwas, weil der erste Schwedisch-Kurs nun vorbei ist! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe jetzt offiziell das Level B1, aber ich fühle mich überhaupt nicht so! :’D Verstehen tue ich zwar mittlerweile echt viel, aber mit dem Sprechen habe ich noch meine Schwierigkeiten. Es ist natürlich auch viel eine Sache des Selbstbewusstseins und man muss einfach anfangen zu sprechen, nur ist es natürlich verlockend, englisch zu sprechen, weil die Kinder so gut darin sind!
Nach dem Kurs sind Jan und ich noch nach Östermalmstorg gefahren, wo er sich in einem fancy Laden einen Pulli gekauft hat, sozusagen als Belohnung dafür, dass er seine Klausuren erstmal hinter sich hat, haha.
Danach mussten wir auch direkt nach Hause, weil Jonas eher von der Arbeit zurück kam, um mit S. und Jan nach Värmland zum Jagen zu fahren. Mit einem vollbeladenen Landi und Cisco inklusive ging es dann nachmittags los. Agnes und ich haben einen Mädchentag veranstaltet und sind nach Lidingö Centrum gefahren, um dort ein bisschen zu shoppen. A.’s absolute Lieblingsbeschäftigung. Abends habe ich Betty aus Ropsten abgeholt und sie hatte Essen vom Thailänder dabei, was mich richtig freute, weil ich nicht kochen musste und so früher zu Franzi fahren konnte. Sie hatte das Haus für sich alleine und wir waren zum Kochen verabredet! Es hat richtig Spaß gemacht, mal das kochen zu können, was WIR wollen, ohne an tausend Sachen denken zu müssen, die die Kinder nicht mögen. Es gab Süßkartoffeln und Gemüse, lange Gespräche und als Nachtisch Franzis persönlichen gluten-freien Möhren-Bananen-Apfel-Kuchen! Meeega mega lecker.

Lördag: War ich nicht beim Parkrun, da ich mich aus verschiedenen Gründen nicht dazu motivieren konnte. Hauptsächlich aber wegen der Busverbindung. Ich bin statt dessen in Sticklinge joggen gegangen und hatte einen richtig richtig guten Lauf, der mich total für den Tag motiviert hat. Im Haga Park zu laufen finde ich aber trotzdem angenehmer, weil die Steigung dort nicht so enorm ist.

Mittags habe ich mich mit Franzi getroffen und wir sind nach Djurgården gefahren, weil wir das bisher noch nicht gemacht haben und das Wetter so gut war, dass man einfach rausgehen MUSSTE.

Bei aller Begeisterung für Gruppenaktivitäten fand ich es auch Mal ganz schön, mit ihr alleine unterwegs zu sein.

Djurgården ist der weltweit einzige Nationalpark in Citylage und beherbergt eine ganze Menge toller Sachen. Das Freiluftmuseum Skansen zum Beispiel, das Vasa Museum, Gröna Lund und vieles mehr. Davon abgesehen ist es natürlich auch einfach ein wunderschöner Park am Wasser. Wir waren ein paar Stunden spazieren, haben gequatscht, die Sonne genossen und ein Picknick veranstaltet.

Als uns kalt wurde und wir in Stimmung für einen Kaffee waren, haben wir das allseits bekannte und beliebte Café „Rosendals Trädgård“ aufgesucht. Blöderweise kamen wir fünf Minuten zu spät. Es war gerade dabei zu schließen! Mega schade! Es sah richtig cool aus, ein Café in Gewächshäusern mit wunderschöner Aussicht auf die angrenzende Gärtnerei.

Statt zu jammern sind wir in die Innenstadt gefahren und haben dort nach einem Café Ausschau gehalten, aber weil wir auch etwas hungrig waren haben wir dann spontan ein Restaurant gesucht und weil wir in der Innenstadt waren, war natürlich alles verdammt teuer und letztendlich sind wir in einem Asia Restaurant mit schlechtem Essen gelandet, dessen einzige Gäste wir waren. Ehm ja. Fail.

Abends waren wir mit einer Freundin von Franzi im Kino verabredet und haben einen Film mit dem Titel „Home again – Kärleken flyttar in‘ geschaut. Es ist eine Liebeskomödie mit Reese Witherspoon und es war absolut klischeehaft, aber ich habe Tränen gelacht. Es war übrigens mein erster englischsprachiger Film in einem Kino, aber es war überhaupt nicht komisch, weil ich seit Wochen alles nur noch auf Englisch gucke. Statt noch in eine Kneipe zu gehen, sind Franzi und ich zu ihr nach Hause gefahren. Ich habe nämlich bei ihr geschlafen, weil ihre Familie wieder nicht da war! Es war mega cool! Wir haben nochmal ihren leckeren Kuchen mit warmen Himbeeren gegessen und gequatscht, bis uns die Augen zugefallen sind.

Söndag: Hieß es früh aufstehen, da Franzi und ich mit Samira, Emma und einer Freundin von Emma verabredet waren, um nach Drottningholm zu fahren, dem Schloss, wo König Carl XVI. Gustaf mit seiner Ehefrau Silvia wohnt.

Es ist relativ unkompliziert mit Bus und Bahn dorthin zu kommen und dauert auch nur ca. eine halbe Stunde von T-Centralen aus. Es war zwar ein kalter Tag, aber wenigstens regnete es nicht. Der Schlossgarten hat mir sehr gut gefallen. Ich bin ein riesiger Fan von Buchsbaum und ein noch größerer Fan vom Herbst, sodass es die perfekte Zeit war, um nach Drottningholm zu fahren. Wir haben einen großen Spaziergang durch den Schlossgarten gemacht und sind dann in einem Waffelhaus gelandet. Es war dunkel, klein und recht zugig und trotzdem auf seine eigene Arm charmant und beinahe romantisch.

Frisch gestärkt wollten wir uns das Schloss noch von Innen anschauen, aber wir haben klugerweise alle unsere Schülerausweise zu Hause vergessen und der reguläre Preis für Erwachsene war uns einfach zu teuer, sodass wir die Schlossführung auf einen fernen Tag in der Zukunft verschoben und uns stattdessen auf den Weg zurück gemacht haben.

Emma und Samira sind noch irgendwo ans Wasser gefahren, aber Franzi und ich hatten erstmal genug und außerdem war uns kalt, weshalb wir nach Hause gefahren sind, also wir beiden zu mir. Eigentlich wollten wir zusammen unsere Schwedisch-Hausaufgaben machen, aber wir sind kläglich daran gescheitert und haben stattdessen „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sie“ („Fantastiska vidunder och var man hittar dem“ auf Netflix geschaut und dann spontan Cookies ohne Rezept gebacken, die aber echt mega lecker waren!

Abends kamen dann auch Jan, Jonas und S. von ihrem Jagdausflug zurück. Zum Glück haben sie nichts geschossen, haha. Stattdessen brachten sie Berge voller Pilze mit, die sie gepflückt hatten. Franzi ist nach Hause gefahren und ich habe noch die halbe Nacht mit Jan die Pilze sauber gemacht und auf Zeitungspapier zum Trocknen ausgelegt. Pilze auseinander zu fummeln hat auf mich den selben beruhigenden Effekt wie puzzeln. Einen ganzen Esstisch voller Pilze hatten wir, als wir fertig waren. Richtig gut! Danach bin ich einfach nur noch mega müde ins Bett gefallen!

Es war wirklich eine super gute, aufregende Woche! So darf es gerne weitergehen! (:
Bis bald, eure Nele

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