MEIN LEBEN IN SCHWEDEN – AuPair sein, Stockholm erkunden, Schwedisch lernen

Hej hej!

Dieses Mal aus Schweden! Genauer gesagt Stockholm/ Lidingö. Zwei Wochen lebe ich nun schon in Schweden und es fühlt sich beinahe an, wie zu Hause. Ich wohne bei einer wundervollen Familie mit zwei Kindern (9 und 11) und Cisco, dem Hund, in einem typischen Holzhaus in einer kleinen Siedlung nahe am Wasser.

Wieso eigentlich AuPair:
Die Entscheidung, ein AuPair-Jahr machen zu wollen, habe ich eigentlich schon vor vielen vielen Jahren getroffen. Als ich letztes Jahr dann intensiv darüber nachgedacht habe, erschien mir die Idee auch immer noch sinnvoll. Anders als beim reinen Work & Travel taucht man in das (schwedische) Familienleben ein, lernt die ganze Kultur viel intensiver kennen und hat mit Einheimischen zu tun, die einem die Traditionen und vor allem die Sprache nahe bringen können. Insbesondere bei Familien mit kleinen Kindern kommt man nicht darum herum, so schnell wie möglich die jeweilige Sprache zu lernen, da diese oft noch kein Englisch sprechen können und eine Kommunikation mit Händen und Füßen auf lange Sicht sehr lästig ist. Meine Kinder sprechen erstaunlich gutes Englisch, aber ich möchte dennoch schnell Schwedisch lernen!

Wieso Schweden:
Oft werde ich gefragt, warum ich mich für Schweden entschieden haben. Zum einen deshalb, weil ich vor Jahren in Schweden im Urlaub war und mich total in das Land und die Menschen verliebt habe.

Schon damals stand fest, dass ich irgendwann (also möglichst schnell) nochmal wiederkommen muss, um alles zu sehen und um schwedisch zu lernen. Ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, nach Neuseeland oder Kanada zu gehen, fand Schweden dann aber doch cooler, insbesondere wegen der Sprache und weil ich schon immer mal nach Stockholm wollte. Außerdem ist es natürlich auch für meine Familie schön, wenn ich innerhalb Europas bleibe, weil sie mich so relativ einfach besuchen können.

Aufgaben eines AuPairs: 
Mein Tag beginnt normalerweise so gegen 7Uhr, dann stehe ich nämlich auf, um den Kindern ihr Frühstück zu machen. Meistens Haferbrei oder Joghurt mit Früchten. Dann muss ich eins der beiden Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, weil diese zu weit weg ist, um mit dem Fahrrad dorthin zu fahren. Den Vormittag verbringe ich dann meistens mit Wäsche machen, Aufräumen, Einkaufen oder Sport. Zu meinen Aufgaben zählt es auch, mindestens einen großen Spaziergang mit dem Hund (Cisco) zu machen. Das finde ich aber eigentlich richtig gut, weil ich bei jedem Spaziergang neue Ecken von Lidingö entdecke. (Nachts immer schön die Warnweste anziehen, es gibt hier oft keine Gehwege!)

Mittags muss ich mein AuPairKind dann wieder von der Schule abholen, eine Kleinigkeit zu Essen (Mellanmål) machen und dafür sorgen, dass auch alle Hausaufgaben erledigt werden.

Nachmittags haben die Kinder eigentlich immer Programm. Von Fußball über Gymnastik und Hockey ist wirklich alles dabei. Es gibt immer jemanden, der irgendwohin gefahren werden muss. Abends helfe ich den Eltern beim Essen zubereiten und räume danach die Küche auf. Putzen muss ich nicht, dafür gibt es eine Putzfrau. Es klingt zwar alles ein bisschen viel, aber es gibt zwischen den verschiedenen Aufgaben auch genug Zeit, um Freunde zu treffen oder Stockholm zu erkunden. Oder auch einfach mal zum entspannen!

Was ist anders:
Da gibt es eine ganze Menge, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Erstmal die neue Landschaft und das neue Haus. Eigentlich wohne ich seit Jahren in einer Wohnung ohne Garten an der Nordsee, jetzt lebe ich in einem Holzhaus mit Garten an der Ostsee!

Das Wasser ist nur 200m von unserem Haus entfernt und der angrenzende Wald ist wirklich wunderschön. Viele Häuser sind klassisch schwedisch, also aus Holz gebaut mit weißen Fensterrahmen und rot oder hellblau gestrichen. Trotzdem sieht man immer mal wieder tolle moderne Designhäuser, die Schweden fortschrittlich und modern erscheinen lassen. In Schweden ist es zudem üblich, dass nicht mit dem Gehalt angegeben wird. Zwar stehen vor vielen Häusern dicke Audis oder der ein oder andere Porsche, aber die Menschen denken dennoch nicht, sie seien etwas Besseres. Es gilt es sehr unhöflich, sich selbst zu wichtig zu nehmen. (Jantelagen)


Apropos Auto, das Auto fahren musste ich natürlich auch erst „lernen“. Es gibt auf Lidingö nur wenige Strecken, auf denen man schneller als 50km/h fahren darf (als Anfänger sehr nett). Direkt hupen wenn einen etwas an anderen Autofahrern stört, ist hier nicht, man fährt einfach geduldig weiter.
Die Schweden betreiben außerdem auch wahnsinnig viel Sport und sind ziemlich durchtrainiert! Davon sollten sich andere Länder mal etwas abgucken. Nicht genutzte Sportplätze findet man quasi nicht. Dabei scheint es den Menschen gar nicht mal umbedingt um den Fitness Faktor zu gehen, sondern viel mehr um den Spaß an der Sache.

Was steht die nächsten Wochen an: 
Ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich sagen würde, ich habe mich eingelebt. Am Freitag melde ich mich in einem Fitnessstudio an, da mir laufen gehen und Yoga zu Hause nicht genug ist. Außerdem fängt am Montag die Sprachschule und an, und ab da wird mein Tag vermutlich wesentlich stressiger, denn ich brauche mit öffentlichen Verkehrsmitteln ca. 40 Minuten, um in die Innenstadt zu kommen. Ich plane außerdem einen Trip nach Uppsala mit AuPair Freunden, möchte mir die Uni ansehen, Kanu fahren gehen und ein Picknick mit meinen AuPair Kindern veranstalten. Am Wochenende findet zudem ein Flohmarkt in Stockholm statt, den ich gerne besuchen möchte. Es gibt so viel zu sehen und zu tun, da kann man zwischendurch schon mal den Kopf verlieren! Insgesamt kann ich aber sagen: Ich liebe Stockholm. Ich liebe Schweden. Ich liebe meine Familie und ich liebe es, AuPair zu sein!

Habt eine schöne Woche!

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